Willkommen bei SISU & Finnland.

Finnland inspiriert mich seit vielen Jahren. In dieser Rubrik teile ich Gedanken über die finnische Lebensweise, die SISU-Mentalität, Schule, Natur und all die kleinen Besonderheiten, die uns helfen können, gelassener und mutiger durchs Leben zu gehen.


Was mich an Finnland eigentlich fasziniert

Wenn mich jemand fragt, warum ich Finnland so mag, fällt mir die Antwort gar nicht leicht. Natürlich sind da die Seen. Die Wälder. Die kleinen roten Häuser. Und die Ruhe, die man an vielen Orten spürt. Aber das ist nicht alles.

Ich glaube, mich fasziniert vor allem eine bestimmte Haltung zum Leben.

Als ich angefangen habe, mich intensiver mit Finnland zu beschäftigen, ist mir aufgefallen, wie selbstverständlich dort manches wirkt, wonach viele Menschen hier suchen. Ruhe zum Beispiel. Oder die Vorstellung, dass nicht jede Minute gefüllt sein muss.

Vielleicht romantisiere ich Finnland manchmal auch ein wenig. Natürlich gibt es dort genauso Probleme wie überall sonst. Trotzdem habe ich oft das Gefühl, dass die Finnen etwas besser können als wir: Sie halten mehr aus, ohne sofort in Hektik zu verfallen.

Genau deshalb interessiert mich auch die SISU-Mentalität so sehr.

Viele übersetzen SISU mit Durchhaltevermögen. Das stimmt sicherlich. Für mich steckt aber noch etwas anderes darin. Nämlich die Fähigkeit, auch dann ruhig zu bleiben, wenn etwas schwierig wird. Nicht alles sofort lösen zu müssen. Nicht ständig gegen etwas anzukämpfen. Sondern darauf zu vertrauen, dass man den nächsten Schritt schon finden wird.

Gerade im Schulalltag denke ich oft daran. Es läuft nicht immer alles rund. Es gibt Tage, an denen ich mich ärgere, an mir zweifle oder mich frage, wie ich bestimmte Dinge schaffen soll. Und dann hilft mir der Gedanke, dass nicht alles heute geklärt werden muss.

Vielleicht ist das der Gedanke, den ich aus Finnland am häufigsten mitnehme. Dass nicht jeder Tag perfekt sein muss. Dass nicht alles sofort gelöst werden muss. Und dass man manchmal schon weiterkommt, wenn man einfach den nächsten Schritt geht. Mehr brauche ich oft gar nicht.

Wenn dich solche Gedanken interessieren, dann schau gerne wieder vorbei. Im SISUKAS Magazin erscheinen regelmäßig neue Beiträge über Finnland, SISU und das, was wir daraus lernen können.


Die Stärke der kleinen Schritte

Von einer ganzen Woche in Helsinki ist mir ein Satz besonders im Kopf geblieben:

A little is a lot.

Je länger ich darüber nachdenke, desto mehr erinnert mich dieser Satz an das, was mich an Finnland schon seit Jahren berührt.

Ich liebe diese Weite. Die Felsen. Die Wälder. Das Wasser, das plötzlich überall auftaucht. Man läuft durch die Stadt und steht wenige Minuten später am Meer. Man sitzt zwischen Menschen und hat trotzdem das Gefühl, Raum zum Atmen zu haben.

Während meines Aufenthalts bin ich fast jeden Tag ans Wasser gegangen. Manchmal vor dem Kurs, manchmal danach. Oft bin ich einfach nur über die Felsen gelaufen und habe aufs Meer geschaut.

Dabei hatte ich nie das Gefühl, dass dort irgendetwas laut um Aufmerksamkeit kämpft.

Die Natur ist einfach da. Die Ruhe ist da. Das Wasser ist da. Und genau deshalb wirkt all das so stark.

Während der Fortbildungswoche ging es um Wohlbefinden, Beziehungen, Werte, Lernen und Gesundheit. Je länger die Woche dauerte, desto deutlicher wurde mir, dass sich derselbe Gedanke durch all diese Themen zog.

Die Dinge, die unser Leben tragen, wirken oft unscheinbar.

  • Eine Pause.
  • Ein Gespräch.
  • Ein Spaziergang.
  • Eine Gewohnheit.
  • Ein Mensch, der zuhört.
  • Ein kleiner Schritt in die richtige Richtung.

Nichts davon verändert von heute auf morgen alles. Zusammengenommen verändern diese Dinge jedoch erstaunlich viel.

Nach einem der Kurstage habe ich am Strand einen kleinen Stein in Herzform gefunden. Zwischen all den anderen Steinen wäre er mir beinahe entgangen.

Seitdem liegt er bei mir zu Hause. Für viele Menschen ist das wahrscheinlich einfach nur ein Stein. Für mich erinnert er an das, was ich aus Helsinki mitgenommen habe.

  • An die kleinen Dinge, die leicht übersehen werden.
  • An die Schritte, die unspektakulär wirken.
  • An die Gewohnheiten, die sich leise in unseren Alltag einschleichen.
  • Und an die Erkenntnis, dass Veränderung selten mit einem großen Knall beginnt.
  • Sie beginnt mit dem nächsten Schritt. Dann folgt der nächste. Und irgendwann blickt man zurück und merkt, wie weit man gekommen ist.

Vielleicht ist das auch das, was Sisu für mich bedeutet. Weitergehen. Ruhig. Beharrlich. Schritt für Schritt.

Und darauf vertrauen, dass kleine Schritte irgendwann einen Weg ergeben.

A little is a lot.


Warum ich mich auf Finnland freue wie auf keinen anderen Urlaub

In zwei Wochen geht es wieder nach Finnland und ich freue mich unbändig darauf.

Wenn mir das vor zwei Jahren jemand gesagt hätte, hätte ich wahrscheinlich nur gelächelt. Finnland stand damals gar nicht auf meiner Wunschliste. Island oder Kanada vielleicht. Finnland hatte ich ehrlich gesagt kaum auf dem Schirm. Dann waren wir dort und seitdem hat mich dieses Land nicht mehr losgelassen.

Im letzten Sommer haben wir viel gesehen. Helsinki, Turku und Tampere. Wir haben in Hotels übernachtet, sind viel herumgefahren und haben jeden Tag etwas Neues entdeckt. Das war wunderschön.

Dieses Jahr fühlt sich alles anders an. Wir haben uns ganz bewusst für ein Haus am Wasser entschieden. Wald, See und ganz viel Natur. Ich habe überhaupt nicht das Gefühl, möglichst viel erleben zu müssen. Ich freue mich darauf, morgens mit einer Tasse Kaffee aufs Wasser zu schauen, spazieren zu gehen und einfach draußen zu sein.

Falls du mir auf Instagram folgst, kennst du meine Fotos. Mein Handy ist voller Sonnenuntergänge, Birken, Stege, Wildblumen und Spiegelungen im Wasser. Diese Bilder erzählen wahrscheinlich mehr über mich als jedes Selfie.

Früher habe ich Landschaften fotografiert, weil sie schön waren, aber heute fotografiere ich sie, weil sie etwas in mir auslösen. Ich bleibe stehen. Ich schaue genauer hin. Ich genieße den Moment und drücke erst dann auf den Auslöser.

Vor ein paar Tagen habe ich beschlossen, diesen Augenblicken einen Namen zu geben: SISUKAS-Momente.

Für mich sind das kleine Momente, die lange nachwirken. Sie erinnern mich daran, wie gut sich Ruhe anfühlen kann. Wie viel Kraft in der Natur steckt. Wie wenig es manchmal braucht, um glücklich zu sein.

Das ist genau das der Grund, warum Finnland mich so fasziniert. Ich habe dort gelernt, anders hinzuschauen. Und genau diesen Blick möchte ich mit nach Hause nehmen.

Ich bin gespannt, welche SISUKAS-Momente ich in diesem Sommer mitbringen werde.