Willkommen bei SISUKAS teaching.
Lehrkräfte geben jeden Tag ihr Bestes – oft auf Kosten der eigenen Energie. Hier findest du finnisch inspirierte Impulse, die helfen können, den Schulalltag mit mehr Ruhe, Klarheit und Handlungsspielraum zu gestalten. Nicht irgendwann nach den Ferien, sondern mitten im Schulvormittag.
Früher habe ich gedacht, mit mir stimmt etwas nicht.
Ich kam nach Hause und wollte einfach meine Ruhe haben. Nicht telefonieren. Keine Musik hören. Kein Gespräch führen. Manchmal wollte ich einfach nur fünf Minuten irgendwo sitzen, ohne dass jemand etwas von mir möchte. Dabei hatte ich doch nur unterrichtet. So habe ich zumindest damals gedacht.
Inzwischen glaube ich, dass viele Menschen unterschätzen, wie anstrengend Schule sein kann. Von außen sieht man oft nur die Unterrichtsstunden. Was man nicht sieht, sind die vielen kleinen Entscheidungen dazwischen. Wer braucht Hilfe? Wer hat gerade nicht aufgepasst? Wer streitet sich? Wer ist traurig? Wer braucht eine Erinnerung? Wer eine Ermutigung? Und während man sich um all das kümmert, läuft der Unterricht natürlich weiter.
Ich liebe die Arbeit mit Kindern. Daran liegt es nicht. Aber Kinder brauchen viel von uns. Aufmerksamkeit. Geduld. Präsenz. Und davon geben wir jeden Tag eine ganze Menge.
Deshalb wundert es mich heute überhaupt nicht mehr, dass viele Lehrkräfte nach der Schule erschöpft sind. Nicht, weil sie zu wenig belastbar wären. Sondern weil sie den ganzen Vormittag für andere da waren.
Vielleicht kennst du dieses Gefühl auch. Dann möchte ich dir etwas sagen, das ich selbst erst lernen musste: Du musst dich dafür nicht rechtfertigen. Wenn du nach der Schule Ruhe brauchst, bedeutet das nicht, dass du deinen Beruf nicht magst. Es bedeutet auch nicht, dass du ungeeignet bist. Vielleicht bedeutet es einfach nur, dass du den ganzen Vormittag sehr viel gegeben hast.
Wenn dich solche Gedanken interessieren, dann schau gerne wieder vorbei. Im sisukas.teaching Magazin erscheinen regelmäßig neue Beiträge für Lehrkräfte.